wohnen. mit sicht. und licht.
 
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Das Emotionale der Abstraktion.

Seeside

Planungsteam

Meinungsäusserungen von den maßgeblichen Akteuren des Projekts seeside: Die Architekten der  Bürogemeinschaft linie 4, Bächle Meid Bächle Partner, der Künstler Markus Benner und die Landschaftsarchitektin Gisela Marta Stötzer geben Einsichten und Antworten zu den Themen Leitidee, Zielsetzung und Zusammenarbeit.

Können Sie erklären, warum sich in Ihrem Projekt die drei Disziplinen Architektur, Kunst am Bau und Landschaftsplanung so perfekt ergänzen?

MARTIN BÄCHLE: Jeder bzw. jede von uns hatte eine Analogie, eine Metapher, die als Leitidee fungierte. Markus eine geöffnete Druse, Gisela Marta eine Streuobstwiese und wir die rechtwinklig übereinander gelegten Holzbausteine. Wir alle hatten einen Ansatz, der eine innere Gegensätzlichkeit beinhaltet. Markus wollte Rauheit mit Glanz kontrastieren und Gisela Marta eine in sich geschlossene Offenheit erzielen. Wir von Linie 4  wollten Dynamik und Verankerung realisieren. Als gemeinsame Zielsetzung formulierten wir, eine Komposition zu schaffen, welche die innere Gegensätzlichkeit jeder Idee ausbalancierte, aber nicht verleugnete.

MARKUS BRENNER: Es kristallisierte sich schnell heraus, dass sich unsere Ideen sogar potenzierten, wenn wir vom Äußeren ins Innere vordrangen. Von den Freianlagen mit Streuobstwiesen zu den Kuben mit ihren Auskragungen – um dann ins Innere vorzustoßen, in den Licht erfüllten Kern der Druse. Der Garten als Freiraum ist sozusagen der Prolog, die Kuben die eigentliche Erzählung und die Lichtgestaltung das Nachspiel. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt. Dann ist die Gestaltung mit Farben und Licht die Eröffnung, die Architektur der Roman und die Freianlagen der Epilog.

GISELA MARTA STÖTZER: Eins baut auf das andere auf bis ein faszinierendes Ganzes ergibt. Aber egal, ob man sich von außen nach innen oder von innen nach außen bewegt, es ging vor allem um eines: Das verborgene Potenzial dieses Ortes wieder hervorzuholen, sichtbar zu machen und mit neuen Qualitäten zu versehen. Natürlich haben wir in jeder Phase die entscheidenden Konstanten berücksichtigt.

KARIN MEID-BÄCHLE: Die relevanten Parameter waren die Topografie, also die Landschaft, die Umgebung und vor allem die zukünftigen Bewohner. Dabei bedingt das Eine das Andere. Füge ich die Bauten dergestalt in die Landschaft und Umgebung ein, so dass sie ihrem Wesen entsprechen, so schaffe ich gleichzeitig einen Ort, der aus erkennbaren, nachvollziehbaren Spuren besteht. Ein Ort, mit dem sich die Menschen identifizieren können. Das abstrakte Konzept wird also mit jeder Überlegung und jedem Schritt emotional aufgeladen, um schließlich eine harmonische Einheit zu bilden.